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DIHK veröffentlicht „Thema der Woche“ zu internationaler Streitbeilegung

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) hat ein aktuelles „Thema der Woche“ zur effizienten Streitbeilegung im grenzüberschreitenden Handel veröffentlicht. Der Beitrag beleuchtet die Vorteile der Schiedsgerichtsbarkeit im internationalen Geschäftsverkehr und stellt den Schiedsgerichtshof bei der DIHK (SGH) als bundesweit einheitliches und international vernetztes Angebot der IHK-Organisation vor. Zugleich unterstreicht die DIHK den rechtspolitischen Handlungsbedarf: Vor dem Hintergrund internationaler Wettbewerbsbedingungen ist es entscheidend, die vom BMJV vorgeschlagene Reform des Schiedsverfahrensrechts zeitnah zum Abschluss zu bringen. In diesem Zusammenhang sollte auch klargestellt werden, dass Unternehmen im grenzüberschreitenden Handel die vertragliche Freiheit haben, die strengen gesetzlichen Vorschriften zur Kontrolle Allgemeiner Geschäftsbedingungen (AGB) abzuwählen, während sie das deutsche Recht im Übrigen beibehalten können. So bleibt deutsches Recht im internationalen Vergleich attraktiv und wettbewerbsfähig. Den vollständigen Beitrag finden Sie hier: Bessere Rechtsetzung – die unterschätzte Säule der EU-Vereinfachungsagenda

Neuer Zertifikatslehrgang zur Schiedsgerichtsbarkeit – Schiedsrichter/-in für Wirtschaftsstreitigkeiten IHK

Der Schiedsgerichtshof bei der DIHK (SGH) erweitert sein Qualifizierungsangebot und startet in Kooperation mit der IHK Akademie München und Oberbayern im Herbst 2026 erstmals einen acht­tägigen Zertifikatslehrgang zur Schiedsgerichtsbarkeit. Der Lehrgang richtet sich an Juristinnen und Juristen sowie erfahrene Praktikerinnen und Praktiker, die Schiedsverfahren künftig führen, begleiten oder aus Unternehmenssicht steuern möchten. Angesprochen sind damit insbesondere– angehende und tätige Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter,– Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte als Parteivertreter,– Inhousejuristinnen und Inhousejuristen, die Schiedsverfahren in Unternehmen verantworten oder begleiten, sowie– Sachverständige mit technischer oder wirtschaftlicher Expertise, die bei technisch geprägten Streitigkeiten als beisitzende Schiedsrichter in Betracht kommen. Der Lehrgang vermittelt kompakt und praxisnah die rechtlichen Grundlagen des Schiedsverfahrens, strategische Aspekte der Verfahrensführung sowie kommunikative Kompetenzen für den professionellen Umgang mit komplexen wirtschaftsrechtlichen und technisch geprägten Streitigkeiten. Nach erfolgreichem Abschluss und bestandenem Praxistest erhalten die Teilnehmenden ein IHK-Zertifikat, mit dem sie ihre besondere Qualifikation im Bereich der Schiedsgerichtsbarkeit nachweisen können. Der Zertifikatslehrgang leistet damit einen nachhaltigen Beitrag zur Professionalisierung von Schiedsverfahren und zur Stärkung schiedsrechtlicher Expertise in Unternehmen und Kanzleien. Nähere Informationen zu dem Zertifikatslehrgang und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier:  Schiedsrichter/-in für Wirtschaftsstreitigkeiten IHK | IHK Akademie

Referentenentwurf zur Modernisierung des Schiedsverfahrensrechts – Fachkonsultation gestartet

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz hat am 27. Januar 2026 den Referentenentwurf eines Gesetzes zur Modernisierung des deutschen Schiedsverfahrensrechts vorgelegt, nachdem ein entsprechender Entwurf in der vergangenen Legislaturperiode der Diskontinuität anheimgefallen war, und die Fachkreise und Verbände zur Stellungnahme bis zum 27. Februar 2026 eingeladen. Ziel des Entwurfs ist es, den Streitbeilegungsstandort Deutschland zu stärken und die Attraktivität Deutschlands als Austragungsort nationaler und internationaler Schiedsverfahren weiter zu erhöhen. Vorgesehen sind unter anderem erleichterte und technologieoffene Formerfordernisse für Schiedsvereinbarungen, die ausdrückliche Zulassung von Videoschiedsverhandlungen, die Möglichkeit elektronischer Schiedssprüche mit qualifizierter elektronischer Signatur sowie Erleichterungen beim Umgang mit englischsprachigen Dokumenten in gerichtlichen Verfahren. Zudem sollen Transparenz und Rechtsfortbildung durch die Möglichkeit der Veröffentlichung von Schiedssprüchen mit Zustimmung der Parteien gefördert, Sondervoten klargestellt und ein außerordentlicher Rechtsbehelf in Form eines Restitutionsantrags eingeführt werden. Der SGH begrüßt die Zielrichtung des Referentenentwurfs und beabsichtigt, sich aktiv an der Konsultation zu beteiligen. Der Referentenentwurf sowie eine Synopse der geplanten Änderungen sind auf der Internetseite des Bundesministeriums abrufbar: BMJV – Gesetzgebung – Gesetz zur zur Modernisierung des Schiedsverfahrensrechts

Veranstaltungsrückblick – SGH goes Bremen: Großes Interesse an moderner Konfliktlösung für den Mittelstand

Am 4. September 2025 informierten die Handelskammern Bremen und Hamburg gemeinsam mit dem Schiedsgerichtshof der Deutschen Industrie- und Handelskammer (SGH) sowie der Kanzlei Ahlers & Vogel Rechtsanwälte PartG mbB über das SGH-Verfahren und die Möglichkeiten digital unterstützter Schiedsverfahren – insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). In den Räumlichkeiten der Handelskammer Bremen erhielten die Teilnehmenden praxisnahe Einblicke in die neue Verfahrensordnung sowie die Nutzung der Verfahrensmanagementplattform (VMP) des SGH zur effizienten digitalen Begleitung von Schiedsverfahren. Ziel der Veranstaltung war es, Unternehmen das Angebot des SGH als moderne, effiziente und kostengünstige Alternative zur gerichtlichen Streitbeilegung vorzustellen. Das Interesse war groß – insbesondere aufgrund der praxisnahen Darstellung und der konkreten Vorteile für den Mittelstand. Die weitgehend digital organisierte Verfahrensabwicklung – von der Antragstellung über die Kommunikation bis hin zur Entscheidung – ermöglicht eine zügige, kostengünstige und papierlose Konfliktlösung. Die mündliche Verhandlung bleibt dabei ein zentraler Bestandteil des Verfahrens, kann jedoch bei Bedarf auch per Videokonferenz durchgeführt werden. Die Handelskammern Bremen und Hamburg unterstützen den SGH nicht nur organisatorisch, sondern integrieren das Angebot des SGH aktiv in ihr Leistungsspektrum. Damit stärken sie das hanseatische Engagement für eine zukunftsorientierte, außergerichtliche Konfliktlösung im Wirtschaftsraum Norddeutschland.

Queen Mary-Studie 2025: London und Singapur führend in der Schiedsgerichtsbarkeit – KI auf dem Vormarsch

Die aktuelle Studie von White & Case und der Queen Mary University of London (White & Case / QMUL), vorgestellt anlässlich der Paris Arbitration Week 2025, bestätigt erneut die führende Rolle von London und Singapur als weltweit bevorzugte Schiedsorte. Trotz wachsender Bedeutung des asiatisch-pazifischen Raums bleibt London auf Platz 1, gefolgt von Singapur sowie weiteren Zentren wie Hongkong, Peking und Paris. Ein zentrales Thema der Studie ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Schiedsgerichtsbarkeit. Über 90 % der Befragten rechnen mit der baldigen Nutzung von KI für Recherchen, Datenanalysen und Dokumentenprüfung. Gleichzeitig lehnt eine Mehrheit den Einsatz von KI bei der Begründung von Schiedssprüchen ab – menschliches Urteilsvermögen bleibt unerlässlich. Weitere Ergebnisse: Ein Vorschaubericht zur Studie – die vollständige Studie wird im Mai 2025 veröffentlicht – findet sich unter www.globalarbitrationreview.com. Auffällig ist, dass Deutschland – soweit ersichtlich – in der Studie überhaupt nicht erwähnt wird. Dies verdeutlicht einmal mehr, dass der Standort im internationalen Vergleich weiterhin im hinteren Feld liegt. In diesem Kontext will der Schiedsgerichtshof (SGH) zusammen mit den 79 Industrie- und Handelskammern und dem weltweiten Netz der deutschen Auslandshandelskammern insbesondere die Bedürfnisse der mittelständischen Wirtschaft in den Blick nehmen und einen Beitrag zur Attraktivitätssteigerung alternativer Streitbeilegung leisten.

Prof. Dr. Reinhard Greger – DIHK eröffnet neue Wege zur Beilegung von Wirtschaftskonflikten

Prof. Dr. Reinhard Greger hat in der MDR 2025 (R29-R32) einen Beitrag über die neuen Wege zur Beilegung von Wirtschaftskonflikten durch den Schiedsgerichtshof (SGH) veröffentlicht. Der Artikel beleuchtet das SGH- Schiedsgerichtsverfahren, das Unternehmen auf nationaler und internationaler Ebene eine effiziente, transparente und kostengünstige Alternative zu traditionellen Gerichtsverfahren bietet. Prof. Dr. Greger erklärt: „Das Verfahren des SGH könnte einen Vorreiter für eine grundlegende Reform des Zivilprozesses darstellen und damit neue Maßstäbe für die Streitbeilegung setzen.“ Besonders betont wird die Flexibilität des Verfahrens, das sowohl bei niedrigeren Streitwerten als auch bei komplexeren Fällen eingesetzt werden kann. Weitere Details zur Funktionsweise und den Vorteilen dieses neuen Verfahrens finden Sie im vollständigen Beitrag – Quelle: Greger, Monatsschrift für Deutsches Recht (MDR) 2025, R29-R32. Informationen zu Prof. Dr. Reinhard Greger finden Sie auf seiner Website.