Schiedsgerichtshof

Schiedsgerichtsbarkeit

Neuer Zertifikatslehrgang zur Schiedsgerichtsbarkeit – Schiedsrichter/-in für Wirtschaftsstreitigkeiten IHK

Der Schiedsgerichtshof bei der DIHK (SGH) erweitert sein Qualifizierungsangebot und startet in Kooperation mit der IHK Akademie München und Oberbayern im Herbst 2026 erstmals einen acht­tägigen Zertifikatslehrgang zur Schiedsgerichtsbarkeit. Der Lehrgang richtet sich an Juristinnen und Juristen sowie erfahrene Praktikerinnen und Praktiker, die Schiedsverfahren künftig führen, begleiten oder aus Unternehmenssicht steuern möchten. Angesprochen sind damit insbesondere– angehende und tätige Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter,– Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte als Parteivertreter,– Inhousejuristinnen und Inhousejuristen, die Schiedsverfahren in Unternehmen verantworten oder begleiten, sowie– Sachverständige mit technischer oder wirtschaftlicher Expertise, die bei technisch geprägten Streitigkeiten als beisitzende Schiedsrichter in Betracht kommen. Der Lehrgang vermittelt kompakt und praxisnah die rechtlichen Grundlagen des Schiedsverfahrens, strategische Aspekte der Verfahrensführung sowie kommunikative Kompetenzen für den professionellen Umgang mit komplexen wirtschaftsrechtlichen und technisch geprägten Streitigkeiten. Nach erfolgreichem Abschluss und bestandenem Praxistest erhalten die Teilnehmenden ein IHK-Zertifikat, mit dem sie ihre besondere Qualifikation im Bereich der Schiedsgerichtsbarkeit nachweisen können. Der Zertifikatslehrgang leistet damit einen nachhaltigen Beitrag zur Professionalisierung von Schiedsverfahren und zur Stärkung schiedsrechtlicher Expertise in Unternehmen und Kanzleien. Nähere Informationen zu dem Zertifikatslehrgang und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier:  Schiedsrichter/-in für Wirtschaftsstreitigkeiten IHK | IHK Akademie

Referentenentwurf zur Modernisierung des Schiedsverfahrensrechts – Fachkonsultation gestartet

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz hat am 27. Januar 2026 den Referentenentwurf eines Gesetzes zur Modernisierung des deutschen Schiedsverfahrensrechts vorgelegt, nachdem ein entsprechender Entwurf in der vergangenen Legislaturperiode der Diskontinuität anheimgefallen war, und die Fachkreise und Verbände zur Stellungnahme bis zum 27. Februar 2026 eingeladen. Ziel des Entwurfs ist es, den Streitbeilegungsstandort Deutschland zu stärken und die Attraktivität Deutschlands als Austragungsort nationaler und internationaler Schiedsverfahren weiter zu erhöhen. Vorgesehen sind unter anderem erleichterte und technologieoffene Formerfordernisse für Schiedsvereinbarungen, die ausdrückliche Zulassung von Videoschiedsverhandlungen, die Möglichkeit elektronischer Schiedssprüche mit qualifizierter elektronischer Signatur sowie Erleichterungen beim Umgang mit englischsprachigen Dokumenten in gerichtlichen Verfahren. Zudem sollen Transparenz und Rechtsfortbildung durch die Möglichkeit der Veröffentlichung von Schiedssprüchen mit Zustimmung der Parteien gefördert, Sondervoten klargestellt und ein außerordentlicher Rechtsbehelf in Form eines Restitutionsantrags eingeführt werden. Der SGH begrüßt die Zielrichtung des Referentenentwurfs und beabsichtigt, sich aktiv an der Konsultation zu beteiligen. Der Referentenentwurf sowie eine Synopse der geplanten Änderungen sind auf der Internetseite des Bundesministeriums abrufbar: BMJV – Gesetzgebung – Gesetz zur zur Modernisierung des Schiedsverfahrensrechts

DIHK-Podcast: Der Schiedsgerichtshof – faire Lösungen für Wirtschaftskonflikte

In der aktuellen Folge des Podcasts „WirtschaftsWissen“ der Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK) steht der Schiedsgerichtshof im Fokus. Unter dem Titel „Der Schiedsgerichtshof – faire Lösungen für Wirtschaftskonflikte“ wird erläutert, wie Schiedsverfahren Unternehmen eine effiziente, vertrauliche und praxisnahe Alternative zur staatlichen Gerichtsbarkeit bieten können. Der Podcast gibt Einblicke in Entstehung, Aufgaben und Besonderheiten des Schiedsgerichtshofs bei der DIHK. Zugleich wird aufgezeigt, in welchen Konstellationen Schiedsverfahren für Unternehmen sinnvoll sein können – etwa bei komplexen wirtschaftlichen Streitigkeiten oder in laufenden Geschäftsbeziehungen, in denen eine schnelle, vertrauliche und verlässliche Klärung besonders wichtig ist. Der Beitrag richtet sich an alle, die sich einen kompakten Überblick über die Möglichkeiten moderner, wirtschaftsnaher Streitbeilegung im Wege der Schiedsgerichtsbarkeit verschaffen möchten. Zum Podcast: Der Schiedsgerichtshof – faire Lösungen für Wirtschaftskonflikte

Neue Informationsbroschüre zum Schiedsgerichtshof bei der DIHK

Der Schiedsgerichtshof bei der DIHK (SGH) hat eine neue Informationsbroschüre veröffentlicht, in der das bundesweit einheitliche Schiedsangebot der IHK-Organisation vorgestellt wird. Die Broschüre gibt einen kompakten Überblick über Aufbau und Arbeitsweise des SGH und erläutert, wie SGH-Verfahren organisatorisch und technisch durchgeführt werden. Der Ablauf eines SGH-Schiedsverfahrens – von der Schiedsvereinbarung bis zum Schiedsspruch – wird dabei übersichtlich und nachvollziehbar dargestellt. Darüber hinaus werden zentrale Elemente der SGH-Schiedsordnung erläutert, darunter die digitale Verfahrensführung über die Verfahrensmanagementplattform (VMP), die eine strukturierte, papierlose und ortsunabhängige Abwicklung der Verfahren ermöglicht, die vorgesehenen Zeitrahmen, der Einsatz von Videoverhandlungen sowie die Möglichkeit, Schiedsverfahren mit Mediation zu verbinden. Die Broschüre richtet sich an Unternehmen, In-house-Juristinnen und -Juristen sowie an beratende Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, die sich über das Schiedsverfahren beim SGH informieren möchten. Die Broschüre steht hier zum Download bereit.

Veranstaltungsrückblick – SGH goes Bremen: Großes Interesse an moderner Konfliktlösung für den Mittelstand

Am 4. September 2025 informierten die Handelskammern Bremen und Hamburg gemeinsam mit dem Schiedsgerichtshof der Deutschen Industrie- und Handelskammer (SGH) sowie der Kanzlei Ahlers & Vogel Rechtsanwälte PartG mbB über das SGH-Verfahren und die Möglichkeiten digital unterstützter Schiedsverfahren – insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). In den Räumlichkeiten der Handelskammer Bremen erhielten die Teilnehmenden praxisnahe Einblicke in die neue Verfahrensordnung sowie die Nutzung der Verfahrensmanagementplattform (VMP) des SGH zur effizienten digitalen Begleitung von Schiedsverfahren. Ziel der Veranstaltung war es, Unternehmen das Angebot des SGH als moderne, effiziente und kostengünstige Alternative zur gerichtlichen Streitbeilegung vorzustellen. Das Interesse war groß – insbesondere aufgrund der praxisnahen Darstellung und der konkreten Vorteile für den Mittelstand. Die weitgehend digital organisierte Verfahrensabwicklung – von der Antragstellung über die Kommunikation bis hin zur Entscheidung – ermöglicht eine zügige, kostengünstige und papierlose Konfliktlösung. Die mündliche Verhandlung bleibt dabei ein zentraler Bestandteil des Verfahrens, kann jedoch bei Bedarf auch per Videokonferenz durchgeführt werden. Die Handelskammern Bremen und Hamburg unterstützen den SGH nicht nur organisatorisch, sondern integrieren das Angebot des SGH aktiv in ihr Leistungsspektrum. Damit stärken sie das hanseatische Engagement für eine zukunftsorientierte, außergerichtliche Konfliktlösung im Wirtschaftsraum Norddeutschland.

Queen Mary-Studie 2025: London und Singapur führend in der Schiedsgerichtsbarkeit – KI auf dem Vormarsch

Die aktuelle Studie von White & Case und der Queen Mary University of London (White & Case / QMUL), vorgestellt anlässlich der Paris Arbitration Week 2025, bestätigt erneut die führende Rolle von London und Singapur als weltweit bevorzugte Schiedsorte. Trotz wachsender Bedeutung des asiatisch-pazifischen Raums bleibt London auf Platz 1, gefolgt von Singapur sowie weiteren Zentren wie Hongkong, Peking und Paris. Ein zentrales Thema der Studie ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Schiedsgerichtsbarkeit. Über 90 % der Befragten rechnen mit der baldigen Nutzung von KI für Recherchen, Datenanalysen und Dokumentenprüfung. Gleichzeitig lehnt eine Mehrheit den Einsatz von KI bei der Begründung von Schiedssprüchen ab – menschliches Urteilsvermögen bleibt unerlässlich. Weitere Ergebnisse: Ein Vorschaubericht zur Studie – die vollständige Studie wird im Mai 2025 veröffentlicht – findet sich unter www.globalarbitrationreview.com. Auffällig ist, dass Deutschland – soweit ersichtlich – in der Studie überhaupt nicht erwähnt wird. Dies verdeutlicht einmal mehr, dass der Standort im internationalen Vergleich weiterhin im hinteren Feld liegt. In diesem Kontext will der Schiedsgerichtshof (SGH) zusammen mit den 79 Industrie- und Handelskammern und dem weltweiten Netz der deutschen Auslandshandelskammern insbesondere die Bedürfnisse der mittelständischen Wirtschaft in den Blick nehmen und einen Beitrag zur Attraktivitätssteigerung alternativer Streitbeilegung leisten.

Standortfaktor Streitbeilegung: Prof. Dr. Stephan Wernicke im Interview mit der NJW

In einem Interview mit der NJW erläutert Stephan Wernicke, Chefjustiziar der DIHK und Vorsitzender des SGH, dass Deutschland sein Potenzial als Schiedsstandort bisher nicht voll ausschöpfe. Der neu geschaffene DIHK-Schiedsgerichtshof (SGH) solle insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen eine schnelle und wirtschaftsnahe Alternative zur staatlichen Gerichtsbarkeit bieten. Wernicke hebt hervor, dass die geplanten Commercial Courts auf komplexe Wirtschaftsstreitigkeiten mit hohen Streitwerten ausgerichtet seien. Der SGH biete hingegen eine flexiblere und vertraulichere Lösung für Streitwerte aller Größenordnungen. Zugleich könnten Unternehmen Schiedsrichter, Verfahrenssprache und Verhandlungsort selbst bestimmen. Zudem ermögliche der SGH ein digitales und effizientes Verfahren, das sich besonders für international tätige Firmen eigne. Schiedssprüche seien auch anders als Urteile der Commercial Courts nahezu weltweit vollstreckbar. Der DIHK-Schiedsgerichtshof solle dazu beitragen, Deutschland als attraktiven Standort für wirtschaftsnahe Streitbeilegung zu stärken. Wernicke sehe darin einen wichtigen Schritt, um Unternehmen eine effiziente Alternative zu langwierigen Gerichtsverfahren zu bieten. Zum vollständigen Interview: beck-aktuell (Tobias Freudenberg)

Prof. Dr. Reinhard Greger – DIHK eröffnet neue Wege zur Beilegung von Wirtschaftskonflikten

Prof. Dr. Reinhard Greger hat in der MDR 2025 (R29-R32) einen Beitrag über die neuen Wege zur Beilegung von Wirtschaftskonflikten durch den Schiedsgerichtshof (SGH) veröffentlicht. Der Artikel beleuchtet das SGH- Schiedsgerichtsverfahren, das Unternehmen auf nationaler und internationaler Ebene eine effiziente, transparente und kostengünstige Alternative zu traditionellen Gerichtsverfahren bietet. Prof. Dr. Greger erklärt: „Das Verfahren des SGH könnte einen Vorreiter für eine grundlegende Reform des Zivilprozesses darstellen und damit neue Maßstäbe für die Streitbeilegung setzen.“ Besonders betont wird die Flexibilität des Verfahrens, das sowohl bei niedrigeren Streitwerten als auch bei komplexeren Fällen eingesetzt werden kann. Weitere Details zur Funktionsweise und den Vorteilen dieses neuen Verfahrens finden Sie im vollständigen Beitrag – Quelle: Greger, Monatsschrift für Deutsches Recht (MDR) 2025, R29-R32. Informationen zu Prof. Dr. Reinhard Greger finden Sie auf seiner Website.

Rückblick: Informationsveranstaltung der Handelskammer Hamburg zum neuen Schiedsgerichtshof bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer (SGH)

Gemeinsam mit Kollegen der Handelskammer Hamburg und der Handelskammer Bremen hat das Team des neuen Schiedsgerichtshofs der DIHK am vergangenen Mittwoch (05. Februar 2025) im Merkur-Zimmer der Handelskammer Hamburg einem interessierten Kreis von Schiedspraktikern und Unternehmen das Konzept des Schiedsgerichtshofs bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer (SGH) vorgestellt. Beleuchtet wurden u. a. die Hintergründe der Gründung des SGH, mit der die DIHK den Gesetzesauftrag aus der Novelle des IHK-Gesetzes vom 11. August 2021 umsetzt. Gemeinsames Ziel ist es, insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen, aber auch der exportorientierten deutschen Wirtschaft schnelle und unkomplizierte Lösungen auf dem Gebiet der alternativen Konfliktlösung zu bieten und damit die lange Tradition der IHKs fortzuführen und weiterzuentwickeln. Der SGH ist damit Teil der Umsetzung eines umfassenden Gesetzesrahmens, der den Justiz- und Schiedsstandort Deutschland stärken soll. Auf dem Gebiet der Schiedsgerichtsbarkeit hält der SGH mit dem SGH-Schiedsverfahren ein eigenes Angebot vor. Neben der Effizienz, den Kosten und der Flexibilität des neuen SGH-Verfahrens stand vor allem die digitale Abwicklung der Verfahren mittels der neuen Verfahrensmanagementplattform (VMP) im Mittelpunkt der Veranstaltung. Diese ermöglicht es, den gesamten Verfahrensablauf und insbesondere den Austausch verfahrensrelevanter Dokumente vollständig online zu organisieren. Zustellungsprobleme werden entschärft, Papierdokumente gehören der Vergangenheit an, und alle Termine sowie Unterlagen sind jederzeit im Blick. Die Teilnehmer der Veranstaltung konnten sich davon überzeugen, wie die VMP das Verfahren vereinfacht und beschleunigt. Fotocredit: HKHH / DIHK